Hirschkopf-Requiem – Über Widerstand und Würde

Veröffentlicht am 21. Februar 2026 um 10:37
Requiem Hirschkopf Metallkunst

Der Hirschkopf selbst kam nicht zufällig zu mir.
Schon im ersten Moment war da eine starke Gegenwärtigkeit. Keine sentimentale Stimmung, sondern eine gespannte Präsenz – fast wie eine geistige Wachheit.

Der Ausdruck des Tieres wirkte nicht ruhig.
Er wirkte widerständig.

Vielleicht ist es Projektion. Vielleicht reine Wahrnehmung. Doch in diesem Kopf lag keine Stille, sondern Energie. Etwas Unabgeschlossenes, als wäre der Kampf noch nicht ganz vorbei.

Diese Empfindung war der Ausgangspunkt für „Hirschkopf-Requiem“.

Ich entschied mich bewusst gegen eine reine Präsentation. Stattdessen entstand die Idee einer Maske – nicht als Verdeckung, sondern als Ehrung. Wie bei einem Krieger, dem man nach dem Kampf Rüstung und Zeichen verleiht.

Die Metallkappe formte ich aus verschweißten Muttern und Schrauben. Blütenformen und Messingelemente ergänzen die industrielle Struktur und setzen einen bewussten Kontrast.

Während ich die Maske anpasste und befestigte, blieb dieses Gefühl von Wachsamkeit. Es war, als müsse man aufmerksam bleiben. Der Hirsch wirkte nicht gebrochen. Eher, als würde er sich noch einmal aufrichten wollen.

Nicht Opfer.
Nicht Trophäe.

Sondern Widerstand.

„Requiem“ bedeutet hier keinen sentimentalen Abschied.
Es ist eine Form der Würdigung – eine Anerkennung von Kraft, auch im Ende.

In der Überformung entsteht kein Besitzanspruch, sondern Respekt.
Der Hirsch wird nicht ausgestellt. Er wird erhoben.

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